8. August 2017

Schau mir in die Augen – Biber!

Eine ganz besondere Kanutour im Ferienland Salem.

Als waschechte Stadtpflanzen verbrachten wir als fünfköpfige Familie (46,34,10,7 und Baby) neun Tage Natur-Urlaub bei der Familienfreizeit im Ferienland Salem im Juli 2017.

Glücklicherweise ohne Stau reisten wir am ersten NRW-Ferienwochenende von Köln an den Kummerower See ins Kolping Ferienland. Wir wurden herzlich empfangen und bekamen trotz später Stunde noch eine leckere Brotzeit nach der langen Fahrt serviert. Das große Familienappartement wurde in Beschlag genommen und gleich am nächsten Morgen erste Kontakte zu anderen Familien geknüpft. Unsere beiden älteren Kinder  fanden schnell Anschluss und so konnten wir viele entspannte Stunden mit unserem Neugeborenen genießen, während die „Großen“ draußen wie drinnen die zahlreichen Spiel- und Sportmöglichkeiten erkundeten.

Im Foyer der Ferienanlage lagen immer aktuelle Listen mit Freizeitaktivitäten, zu denen man sich anmelden konnte. Hier war wirklich für jeden Geschmack etwas dabei.

Das Angebot reichte von Wellness-Massagen über Klettern im Hochseilgarten bis hin zu einwöchigen Segelkursen. Meine Tochter und ich entschieden uns für eine abendliche Biber-Kanu-Tour, die von  der Segelschule gleich nebenan angeboten wurde. Für uns sollte diese Tour zum absoluten Urlaubs-Highlight werden.

Gegen 19:30 Uhr versammelten sich acht Abenteuerlustige am Eingang der Segelschule, wo wir von Tourguide Tino mit Rettungswesten und Paddeln ausgestattet wurden. Alle packten mit an, und so waren auch die beiden großen Kanus schnell auf dem Auto-Hänger verstaut. Wir fuhren ca. drei Kilometer zu einer Einstiegsstelle am Fluss Peene, der nicht weit entfernt in den Kummerower See mündet. Hier bot sich uns eine beeindruckende Kulisse: Schilfbewachsene Ufer  und dahinterliegend Sumpfgebiet und Natur soweit das Auge reicht. Die Peene verdient ganz zurecht den Beinamen „Amazonas des Nordens“. Behutsam und mucksmäuschenstill paddelten wir Richtung Flussmündung am Ufer entlang und starrten gebannt aufs Ufer-Dickicht, um möglichst einen Blick auf einen Biber erhaschen zu können. Wir hatten großes Glück!! Insgesamt fünf Sichtungen waren uns an diesem Abend vergönnt. Nahe des Ufers war plötzlich laut und deutlich das Nagen eines Bibers an einem Baumstück zu hören und als wir die Kanus zum Stillstand gebracht hatten, konnten wir zwei der für meine Begriffe sehr großen Tiere (ein ausgewachsener Biber bringt stolze 30 Kilo auf die Wage) beim abendlichen Fressen zuschauen. Ich war schon tief beeindruckt, dass es hier möglich ist, diese seltenen Tiere in Freiheit zu beobachten und auch zu sehen, dass ihr Lebensraum nicht durch den Tourismus tangiert zu sein scheint. Kurz vor dem Kummerower See wendeten wir die Boote, um mit der Strömung zurück zur Einstiegstelle zu fahren. Die Dämmerung setze ein, und fast schon malerisch paddelten wir entlang von Seerosen, Schwanen-Nestern und schwimmenden Baumstämmen. Zum krönenden Abschluss wurden wir noch von einem Biber überrascht, der direkt vor unserem Kanu gemächlich durchs Wasser schwamm und sich von unserer Anwesenheit rein gar nicht stören ließ.

Für uns war der Familien-Urlaub in Salem genau das, was wir uns erhofft hatten: Entspannte Zeit mit unseren Kindern, leckeres Essen  und darüber hinaus noch ein unvergessliches Naturerlebnis mit den Bibern, die man bei uns zu Hause in Köln allenfalls hinter Glas im Zoo betrachten könnte. Alles in allem ein toller Aufenthalt, den wir gerne weiter empfehlen.

Text: Sarah Roth
Bilder: Ferienland Salem