6. Dezember 2015

Wir sagen euch an, den lieben Advent. Sehet, die zweite Kerze brennt … Oder: Singen macht alle glücklich(er)

Während der Adventszeit liegt nicht nur Plätzchenduft in der Luft, sondern auch ganz viel Musik! Das hat Tradition. Das sorgt für Stimmung. Nicht nur unter der Dusche oder im Auto, sondern die ganze Familie zusammen.

Ob gesummt, gejauchzet oder lauthals geschmettert: Beim Backen und Basteln werden in vielen Familien in den vier Wochen bis Weihnachten oft und gerne Lieder gehört und mitgesungen. Bis auch der Kleinste „In der Weihnachtsbäckerei, gibt’s so manche Leckerei“ inbrünstig schmettern kann… Denn im Gegensatz zu den Kindern, singen die meisten Eltern viel zu wenig. Kinder kennen auch keine Angst vor falschen Tönen. Textsicherheit? Pff, egal. Ein klares La-lalla und die Welt ist in Ordnung. Und während man beim Naschen in der Vorweihnachtszeit aufpassen und sich bremsen muss, gibt es beim Singen kein Zuviel, im Gegenteil: Je mehr gesungen wird, desto besser, besonders für die Kinder.

Denn Singen ist das A und O in der kindlichen Entwicklung: Es fördert soziale Kompetenzen, stärkt das Selbstbewusstsein und macht sogar nachweislich schlauer. „Bei uns ist Gesang die erste Stufe der Bildung“, hat bereits Johann Wolfgang von Goethe geahnt. Empirisch belegt, was so alles mit Menschen geschieht, wenn sie singen, hat es der Musikpsychologe und Sozialwissenschaftler Dr. Karl Adamek (www.karladamek.de). Er forscht seit 35 Jahren über das Thema. Singen, sagt Adamek, sei für ihn selbst Lebenselexier! Nach eigenen Angaben hat er  immer eine Melodie, die ihn innerlich begleitet.

„Das aktiviert mich merklich und hilft mir, eher wiederholende mechanische Arbeiten nicht erschöpfend und drängend sondern in einem ruhigen Rhythmus tun zu können. Im Auto singe ich fast immer Songs mit, die ich liebe. Und das ist oft. Das Singen gibt mir Ruhe und stimmt mich froh.“ Stress, Trauer, Schmerz oder Ärger könne er sich so von der Seele singen.“ Singt man, weil man glücklich ist oder wird man glücklich, weil man singt? „Beides stimmt. Singen ist Ausdruck von Glück, aber wir können uns auch glücklich singen“, sagt Adamek. Laut seiner Forschung, sorgt Singen für Lebensfreude, stärkt das Selbstwertgefühl und kurbelt sogar die Selbstheilungskräfte an.

Es hilft Groß und Klein Aggressionen abzubauen – was gerade in der oft stressigen Vorweihnachtszeit gut tut – und Emotionen zu regulieren. Singen ist somit gesund und genauso wichtig wie frische Luft, Bewegung, Obst und Gemüse. Darüber hinaus fördert Singen in der Gemeinschaft die Menschlichkeit und soziale Kompetenzen wie aufeinander achten.  Denn neben Mund, Zunge und Brustkorb, trainiert Singen ganz nebenbei das Gedächtnis und das Zuhören. Eltern, die ihren Kindern etwas Gutes tun wollten, singen (mit)! Es ist ganz leicht. Das A und O beim Gesang ist nicht die Stimme allein. Es ist das Miteinander. „Singen ist die eigentliche Muttersprache des Menschen“, sagt Geigen-Genie Lord Yehudi Menuhin. Und jetzt alle: Wir sagen euch an, den lieben Advent. Sehet, die zweite Kerze brennt! Wir sagen euch an, eine heilige Zeit…

Psst, übrigens: Es gibt viele Chöre, die die Familienferienstätten von Kolping nutzen. Vielleicht hören wir dich im nächsten Jahr.

Deutsche Stiftung Singen www.deutschestiftungsingen.de