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Besinnliche Adventszeit!

Alle Jahre wieder steigt bei vielen Familien vor Weihnachten der Stressfaktor: Adventskalender füllen, Plätzchen backen, Geschenke besorgen … Puh, Besinnlichkeit sieht anders aus. Dabei eignet sich gerade die Adventszeit zum Innehalten! Spiritualität, Ruhe sowie Zeit für sich und die Familie erleben Eltern mit ihren Kindern im Kolpinghaus Lambach, wo Entschleunigung zelebriert  wird.

Der Schnee um die kleine Herz-Jesu-Kapelle ist unberührt. Keine Spur von Zivilisation. Wie eine dicke, weiße Daunendecke hat sich der Schnee heute Nachmittag über den Waldboden gelegt und verschluckt alle Geräusche. Absolute Ruhe! Nur ein leises Knirschen, da, wo die Schuhe langsam einsinken. Atemwölkchen bilden sich vor den Mündern, die offenstehen vor Staunen und Ergriffenheit. Hier oben, auf 720 Metern mitten im Bayrischen Wald, fühlen sie sich  und Gott so nah wie schon lange nicht mehr.

Nur ein paar Schritte unterhalb der kleinen Kapelle liegt – eingebettet zwischen Bayrischen Wald und dem Luftkurort Lam – die Kolping Familienferienstätte „Haus Lambach“. Dort findet wie jedes Jahr das „Adventswochenende für Familien“ statt. „Es ist wichtig, dass Familien mal aus ihrem Alltag ausbrechen, Ruhe finden und gemeinsame Zeit erleben, um wieder auf die Spur zu kommen“, weiß Sebastian Wurmdobler aus Erfahrung. Er leitet und organisiert seit sechs Jahren diese Einkehr-Besinnungstage für Familien. Über mangelndes Interesse kann sich der Bildungsreferent des Kolping-Erwachsenenbildungswerks Regensburg nicht beschweren, im Gegenteil. Das Interesse an dem Adventswochenende ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Die Sehnsucht nach einer Auszeit für sich und die Familie habe bei den Menschen zugenommen, sagt Wurmdobler und bietet am 3. Adventswochenende den Eltern und ihren Kindern dem Anlass entsprechend einen besinnlichen Rahmen, bietet ihnen Anregungen und auch Freizeit. Weit weg von Arbeit, Pflichten und Vorweihnachtsstress kommen hier die Familien zusammen, erleben Spiritualität und entschleunigen bei gemeinsamen Aktivitäten gemeinsam.

Entschleunigung für die ganze Familie

Mal basteln, singen und beten alle teilnehmenden Familien miteinander, sitzen abends gemütlich in der Blockhütte am Feuer zusammen, lauschen Weihnachtsgeschichten und reden über Gott und die Bibel. Dann verbringt jede Familie auch Zeit zusammen und unternimmt alleine etwas und auch mal die Eltern getrennt von ihren Kindern. Meditative Übungen und Gespräche für die Großen sind ebenfalls Programmpunkte, die von Wurmdobler angeboten werden, während die Kinder betreut werden. „Nicht die Menge der Zeit ist entscheidend“, erklärt Sebastian Wurmdobler, „sondern die Qualität der gelebten, gemeinsamen Zeit!“ Und die kommt bei Familien leider manchmal zu kurz, gerade im Advent.

Um was geht es im Advent eigentlich?

Advent – lateinisch von adventus, was Ankunft bedeutet, und venire „kommen“. Es ist die Zeit, in der sich Christen auf die Geburt Jesu einstimmen, sich auf die Ankunft von Gottes Sohn auf Erden vorbereiten. Eine Zeit der Stille und der Vorfreude. Eigentlich.

Für gestresste Menschen, die zu sich finden wollen, bietet das Haus Lambach im Advent etwas Besonderes an: Die Oasentage für Erwachsene, bei der auch Kinder herzlich willkommen sind. „Die Menschen haben Sehnsucht nach Gott und suchen seine heilsame Nähe“, weiß Präses Stefan Wissel, der die drei Tage spirituell begleiten wird. „Ich möchte die Menschen einladen miteinander Gottes Spuren zu finden, Begegnungen des Glaubens nachzugehen und bei Ruhe und innerer Einkehr ein paar gute Tage im Kolping-Ferienhaus Lambach zu genießen“, fasst der Pfarrer zusammen. Er ist sicher: „Wir finden im Glauben Tiefe, indem man Gott und seinen Spuren folgt!“

Dass es in der Zeit vor Weihnachten Wichtigeres gibt als Geschenke zu besorgen, findet auch Klaus Butz, der die idyllische Familienferienstätte leitet und hier für Ruhe garantieren kann. „Lambach liegt mitten in der Natur. Wir haben hier kein Handynetz“, betont er und ist sich sicher: „Wer Ruhe sucht, ist bei uns richtig!“ Dazu die kleine Herz-Jesu-Kapelle auf 720 Metern mitten im Bayrischen Wald. Tief durchatmen, in sich hineinhorchen. Ankommen und nach ein paar Tagen fühlt man sich und Gott so nah wie schon lange nicht mehr.

„Es ist ganz wichtig, dass man wegfährt, um zur Ruhe zu kommen!“, weiß Pfarrer Wissel und Lambach sei dafür prädestiniert. „Es ist wie eine Insel, auf der man viel Zeit und Ruhe hat und sich die Psyche reparieren kann“.

Auf das Wesentliche konzentrieren

Dass gerade Eltern einen hohen Anspruch an sich haben und ihnen Existenznöte nicht fremd sind im Hinblick auf das nahende Weihnachtsfest, ist Pfarrer Wissel bewusst. „Es ist nicht wichtig, was oder wie viel du leistest, sondern dass du ein gelassener Mensch wirst!“, lautet seine Botschaft. Dafür sorgen Gespräche, gemeinsame meditative Übungen und Gebetseinheiten, denn in der gelebten Gemeinschaft findet man Geborgenheit und Sicherheit, so der Diözesanpräses, der auch „Weihnachten zu Hause“ thematisieren wird. Welche Bräuche gibt es? Wie gestaltet man Weihnachten? Worauf kommt es wirklich an? Wenn es nach Präses Wissel ginge, würde man an Weihnachten Freunde, Nachbarn und andere, die keinen haben, einbeziehen und ihnen ein Stück Gemeinschaft bieten. In seiner Zeit in Regensburg führte er an Weihnachten deshalb das „offene Pfarrhaus“ ein, kochte für und mit den Menschen, die keinen haben, mit dem sie Weihnachten verbringen. „Es geht an Weihnachten um Licht und dieses zu teilen und es an weitere weiterzugeben!“

„Oasentage“

10.- 12.12.2012

http://kolpinghaus-lambach.de/wp-content/uploads/2012/09/Einkehrtage.pdf

„Adventswochenende für Familien“

12.-16.12.2012

http://kolping-erwachsenenbildungswerk-regensburg.de/app/download/5794273441/Ausschreibung+AdventsWE2012.pdf